Die Immobilienbranche hat seit der Krise 2008 mit ihrem Image zu kämpfen – gilt sie doch als Mitverursacher der Krise. Diese Kritik beinhaltet aber nicht nur moralische Aspekte, sondern auch die Ästhetik: eine gesichtslose Baukultur, die sich anspruchslos dem Massengeschmack anbiedert, verbündet mit einer rücksichtslosen Finanzwelt.

Wie sich mit Stil, Service und Skandal neue Wohnungseigentümer finden lassen
Nun beginnt sich Neues zu regen in diesen Ruinen. Slow Food statt Fast Food wird wegweisend auch für die Immobilienbranche, denn in Zukunft rücken die Wünsche der Nutzer wieder in den Mittelpunkt. In Zeiten fortschreitender Individualisierung gilt es auf die Bedürfnisse fluider, multipler, pluralistischer Lebensstile einzugehen. Vielfalt mit hohem Qualitätsanspruch wird den Markt des Bauens in den kommenden Jahren revitalisieren.

Die Multioptionsgesellschaft
Wie war es zur Fast-Food-Kultur der Immobilienbranche gekommen? Standardentschuldigung für die Gleichförmigkeit: Kostendruck. Der wahre Grund jedoch lag in der Schattenzone der wirtschaftlichen Globalisierung. Nur noch selten tritt ein einzelner Bauherr auf, der „sein” Haus bauen will, der auf Außendarstellung bedacht ist und sorgsam die Planung begleitet. In der Blasen-Immobilienkultur übernahmen Immobilienkonzerne und Projektentwicklungsfirmen die Planung, finanziert durch Fondsverwalter der Banken. Diese Immobilienindustrie produzierte bauliche Masse mit mediokren Zutaten – gesellschaftliche Verantwortung: Fehlanzeige. Wie sehr sich die modernen Vorstellungen einer Vielfalts-Gesellschaft von diesem gleichgültigen Einerlei-Geschmack der vergangenen Jahrzehnte unterscheiden, beginnen nun einige Anbieter auf dem Markt zu begreifen. Sie stehen als Vorreiter für eine Rückbesinnung auf Qualität und authentische Einzigartigkeit, die in anderen Marktfeldern längst zum täglichen Repertoire gehört.

Nach dem Platzen der Blase entdeckt die Branche neue Wege zum Kunden. Lesen Sie mehr zur Zukunft des Immobilienmarketings im Trend-Update 02/12 »