Marie Ringler blickt positiv in die Zukunft: „Das Ende des ‘christlichen Abendlandes’ herbeizureden ist ein total überschätzter Trend.” Sollen wir etwas verändern wollen, dürfen „wir uns nicht auf andere verlassen, um Probleme zu lösen, sondern sie selbst in die Hand nehmen.”

Marie Ringler, Direktorin der Ashoka gemeinnützige GmbH in Wien, über das Bedürfniss nach mehr „Changemaker” für unsere Welt und die Veränderung des Bildungssystems.
Der Trend, dass jeder Mensch ein Changemaker, Problemlöser, werden kann und werden muss wird die Zukunft viel stärker prägen, als wir denken. Viel zu viel diskutiert wird dagegen über die Thilo Sarrazins der Welt, die als Angstmacher Menschen in die Ecke treiben, statt sie stark und zuversichtlich zu stimmen. Denn das Ende des „christlichen Abendlandes” herbeizureden ist ein total überschätzter Trend.
In Zukunft wird meine Arbeit dazu führen, dass noch mehr Menschen den Freiraum, die Unterstützung und die notwendigen Kompetenzen haben, um selber Probleme in die Hand zu nehmen und als „Changemaker” unsere Welt besser zu machen. Ich stelle mich jetzt schon darauf ein, dass wir dazu vor allem das Bildungssystem auf den Kopf stellen müssen – damit möglichst viele Menschen die zentralen Skills für das 21. Jahrhundert erhalten: Empathie für andere, im Team arbeiten, Leadership zeigen.
In 30 Jahren wird die Gesellschaft dann eine andere sein. Eine Gesellschaft, in der wir uns nicht auf andere verlassen, um Probleme zu lösen, sondern sie selbst in die Hand nehmen, und die von Social Entrepreneurs mit innovativen Lösungen zu einer gerechteren, demokratischeren und ökologischeren Welt gemacht wurde. Und ich werde mich freuen, ebenso wie unsere nachfolgenden Generationen, denn sie werden am meisten davon profitieren.

