Zwischen Vernetzung und individueller Sinnsuche.

Megatrends konkret: Was ist für die Menschen wirklich real bedeutsam? Eine Umfrage unter den Zukunftsinteressierten zu ihren Branchentreibern. Die erste Auflage des Trendindex bietet einen Überblick, was aus Sicht der Zukunftsinteressierten die wichtigsten Trends des kommenden Jahres sein werden.

Üblicherweise helfen wir Ihnen, zu verstehen, was die Zukunft bringen wird. Zum Ende des letzten Jahres haben wir den Spieß einmal umgedreht: Dieses Mal wollten wir von Ihnen wissen, welcher unserer elf Megatrends Ihrer Meinung nach 2012 den stärksten Einfluss auf Ihr Unternehmen haben wird. Zusätzlich konnten Sie losgelöst davon weitere Trends nennen, denen Sie eine große Wirkkraft zusprechen. Geknüpft an jede Einsendung war zudem die Spende von zwei Euro an die Hilfsorganisation „Kinderzukunft”, die sich für notleidende Kinder einsetzt.
Für uns ist die Trendsammlung ein wichtiger Trendseismograph und „Reality Check”. In Verknüpfung mit unserer sonstigen Forschungsarbeit können wir Trendströmungen mit Ihrem Input noch besser aufspüren und Ihnen letztlich noch relevantere Analysen bieten. Nicht zuletzt wird die Auswertung der Trendsammlung Ihnen auch unmittelbar einen aufschlussreichen Einblick in die Trendbefindlichkeiten ihrer Branche geben. Im Folgenden präsentieren und analysieren wir die Ergebnisse des ersten Trendindex.

Übergreifend scheint das Thema „Vernetzung” ein dominantes zu sein. Dies ist der Kern von zwei der meistgenannten Megatrends „Globalisierung” und „Connectivity”. Zukünftiges Handeln muss stets im Kontext eines Netzwerkes verstanden werden – sei dies das globale, persönliche, virtuelle Netz oder jenes, das ein Unternehmen mit Kunden und Mitarbeitern eingeht. Auch der am fünfthäufigsten genannte Megatrend Mobilität wird – dies zeigen die freien Nennungen – als Schnittmenge zur Connectivity verstanden: mobile Büros, mobile Endgeräte, mobiles Internet: Mobilität wird hier stets in Relation zu einem vorher immobilen Netzwerkpunkt gesehen. Mobilität sorgt somit für eine Flexibilisierung und räumliche Ausdehnung des „Netzwerks”.

Häufig wurde auch der Trend Individualisierung genannt. Die Häufung bei den Zweitnennungen spricht in jedem Fall dafür, dass Individualisierung nicht nur als singulärer Trend eine große Bedeutung hat, sondern auch als zusätzliche Dimension oder Hintergrund anderer (Mega-)Trends mitgedacht wird beziehungsweise werden muss.

Verschränkt mit dem Megatrend Individualisierung kristallisiert sich als zweites großes Entwicklungscluster „Sinnsuche und Selbstentwicklung” heraus. Was zunächst fast als Gegentrend zur Vernetzung scheinen mag, wie auch die folgenden beiden Zitate verdeutlichen: „Kommunikation über soziale Netzwerke ersetzt zunehmend persönliche Kommunikation” sowie „Das Angebot der Medien ist so unpersönlich und unübersichtlich geworden. Wirklich Zukunft haben die, die ihre Themen mit der Person verkaufen können, die dahinter- und dafür geradesteht”.
Die Sinndimension und somit die in erster Linie seelische Selbstentwicklung zeigt sich vor allem bei den Zweitnennungen in Begriffen wie: Seelenplan, Seelenprojekte, Sehnsucht, Sicherheit, Selbstverwirklichung und dem durch das Zukunftsinstitut geprägten Begriff der Selfness. Aber auch Bildung und Gesundheit können aus Sicht des Individuums als Treiber der Selbstentwicklung gelten.

Etwas losgelöst von dem Spannungsfeld zwischen Vernetzung und individueller Sinnsuche wird der am dritthäufigsten genannte Megatrend Neo-Ökologie aufgefasst. Insbesondere Firmen aus Technologie und Industrie sowie der Food-Branche messen der Neo-Ökologie die höchste Bedeutung für 2012 bei. Erstgenannte dabei vor allem im Sinne einer Ressourcen- und Energieeffizienz, letztere im Sinne einer nachhaltigen, regionalen Produktion von Lebensmitteln. Abschließend möchten wir uns an dieser Stelle bei allen Teilnehmern für ihre Antworten bedanken. Wir hoffen, Ihnen mit dem Trendindex einen weiteren aufschlussreichen und anregenden Baustein für Ihre Zukunftsarbeit bieten zu können und sind gespannt, wie Rück- und Ausblick am Ende dieses Jahres ausfallen werden.