What goes up, must come down. Oder doch nicht? Jenseits des Untergangs-Paradigmas formiert sich ein neues Denkmodell zum Thema Rückgang: Zwar muss alles, was einen Anfang hat, auch zu einem Ende kommen. Das sollte uns aber nicht verleiten, überall nur Gipfel zu sehen, nach denen es bergab geht.

Geschichte entwickelt sich nicht-linear. Ist Fortschritt ohne Wachstum möglich? Die „große Erzählung” des Abendlandes ist das Ausscheren aus der zyklischen Zeit der Naturvölker. Der neue Weg war ein kontinuierlicher Wachstumspfad namens Fortschritt: Wir machen uns die Erde untertan! Morgen muss nicht wie heute sein! Unsere Kinder sollen es mal besser haben! Der Fortschrittsgedanke ist die Triebfeder hinter wissenschaftlich- technologischen Durchbrüchen und kapitalistischen Innovationen: Es ist der Quellcode des Kapitalismus. Die Logik der Kapitalverzinsung beruht auf dem Gedanken, dass Ressourcen heute, schlau eingesetzt, ein Mehr an Ressourcen morgen bedeuten. Allerdings gerät diese gut geölte Maschine, die uns jahrhundertelanges Wachstum beschert hat, dort ins Stocken, wo sie – real oder gefühlt – mit der Begrenztheit natürlicher Ressourcen in Konflikt gerät. Das Mantra der Wirtschaftspolitik, „Wachstum schafft Wohlstand”, wird zunehmend in Zweifel gezogen – und damit auch der Kult ums BIP.

Immer mehr Menschen sind überzeugt, dass „immer mehr” nicht gleichbedeutend mit „immer besser” ist und dass das kapitalistische System in eine Sättigungszone eingefahren ist. Wie geht es danach weiter? Können wir aus der Wachstumsideologie aussteigen? Kann es Fortschritt ohne Wirtschaftswachstum geben? Oder geht’s von nun an bergab? Das sind die Fragen, die unser „Peak Age” aufwirft und die heute schon den Diskurs zu beherrschen beginnen …


Nur Abonnenten sehen den kompletten Beitrag zu den Rückgangs-Szenarien.