Euro-Bonds: die tapfere Transfer-Union Mehr zum Szenario »
Griechenland erhält in diesem Szenario schließlich einen Schuldenschnitt; gleichzeitig einigen sich alle europäischen Länder darauf, eine enge Schuldenbremse in ihre Verfassungen einzubauen und gleichzeitig Eurobonds als Machtmittel gegen die Finanzmärkte einzuführen. Eine gesamteuropäische Börsen-Transaktionssteuer wird eingeführt. Große europäische Banken gehören nun zumindest teilweise der europäischen Zentralbank. Die Finanzmärkte geben daraufhin ihre Spekulation gegen den Euroraum auf. Die Karawane zieht weiter. Die nächsten Finanzkrisen finden im Fernen Osten statt.
Gegen 2015 hat sich die Lage stabilisiert. Die Sparprogramme greifen und führen zu einem soliden europäischen Wirtschafts-Wachstum. Chinesisches und arabisches Kapital fließt in Strömen nach Europa, das sich gleichzeitig nach Osten und Süden, zu den neuen Boom-Märkten Asiens und Arabiens öffnet.
Auch in diesem Szenario kann es durchaus zu Einzel-Austritten aus der europäischen Union kommen. So könnten zum Beispiel einzelne kleinere Länder mit der Schweiz und England einen Währungsverbund bilden; diese Länder entwickeln sich zu Fluchthäfen für Vermögende, die die hohen und weitgehend homogenisierten Steuern im Euroraum nicht mehr zahlen wollen. Als Konsequenz setzt die Neu-EU die Freizügigkeitsgesetze zeitweise außer Kraft und verbietet den Kapitalhandel mit diesen Ländern. Es kommt zum Krach zwischen Hochsteuer- und Niedrigsteuer-Ländern. Deutschland wird der Über-Dominanz verdächtigt und teilweise massiv an den Pranger gestellt. Aber im Großen und Ganzen lautet die Devise: Auch in Zukunft werden wir uns am Ende zusammenraufen!
Euro-Core: die geschrumpfte Union Mehr zum Szenario »
Dieser scharfe Schnitt führt einige Jahre zu Konflikten und massivem Streit. Dann stabilisiert sich die Lage. Krisenstaaten und Neu-EU schließen bilaterale Verträge ab, die einen Großteil der alten Freizügigkeits-Rechte beibehalten (so wird das Recht auf freien Wohnort sowie die Schengen-Regel abgeschafft, aber Freihandel und Steuerfreiheit bleiben). Die Krisenländer können mit ihren eigenen Währungen nun ihre Produkte billiger anbieten und werden schnell konkurrenzfähiger. Kerneuropa synchronisiert weitgehend seine Sozialgesetze und Wirtschaftspolitiken und setzt auf Lebensqualität und Bürgersinn, auf qualitatives Wachstum und grüne Industrien. Und so konstituiert sich etwa um 2030 eine NEUE, diesmal noch größere Europäische Union, der diesmal auch Länder wie Tunesien, Libyen, die Türkei und Marokko angehören.
Euro-Block: die Vereinigten Staaten von Europa Mehr zum Szenario »
Doch die Tiefe der Krise hat einen kathartischen Effekt: Mittelfristig setzt sich eine paneuropäische Bewegung in Form einer neuen Europa-Allianz durch. In einigen Ländern schließen sich mehrere Parteien zu einer Allianz für die komplette europäische Integration zusammen. In anderen werden Europaparteien neu gegründet, die rasch an Stimmen gewinnen. Langsam werden die „Separatisten“ entmachtet, gewinnen Kommission und Euro-Parlament an Einfluss. Dany Cohn-Bendit wird europäischer Umwelt- und Kulturminister. Joschka Fischer europäischer Präsident. Erstmals zieht Europa 2015 mit einem eigenen Verteidigungsminister in einen (erfolgreichen) Krieg.
Durch spektakuläre Wahlerfolge kommt es schließlich zu einer massiven Stimmung zugunsten einer „großen“ Lösung mit einer demokratisch direkt gewählten europäischen Zentralregierung (die in Rom, Berlin und Paris angesiedelt wird). Nur einige wenige Länder gehen einen separatistischen Weg und scheiden aus der EU aus. Gegen 2020 findet der Gründungsakt eines neuen Super-Staates statt, mit den ehemaligen Einzelstaaten als starken Bundesstaaten. Die VSE! Die Sozial- und Wirtschaftspolitik wird vereinheitlicht im Sinne einer sozial orientierten, innovativen Marktwirtschaft. So wird Europa wieder zu einem mächtigen und homogenen Wirtschaftsraum in einer neuen globalen Ordnung.
Euro-Split: neue Blöcke und Kleinstaaterei Mehr zum Szenario »
Es beginnt ein vielfacher Spaltungs- und Rekonfigurierungs-Prozess. Im Jahre 2020 sieht Europa aus wie ein Flickenteppich mit mächtigen neuen Blöcken. England löst sich aus der EU und richtet sich mehr an den USA aus. Irland wird zu einer autonomen Freihandelszone von internationalem Kapital aus China, den USA und Indien – eine Schweiz des Atlantiks.
Der Süden Europas rekonfiguriert sich um die boomenden Staaten des Maghreb. Die Türkei führt diese Südallianz an und verleiht ihr eine enorme Wirtschaftsmacht. Der von Diktaturen befreite arabische Raum wird assoziiert. Spanien und Italien treten schließlich ebenfalls dieser mächtigen MITTELMEER-UNION bei.
Russland wird zum mächtigen Player im Osten des Kontinents. Es „kauft“ ganze Staaten: Ungarn, Rumänien und Bulgarien, aber auch einige kleinere zentraleuropäische Länder treten der NEUEN OSTUNION bei, der auch die Ukraine und Weissrussland angehören. Zwischen den baltischen Staaten, Polen und der Ostunion besteht Kriegsgefahr. Deutschland gehört zum „Nordischen Block“, der Skandinavien, Benelux, die baltischen Staaten und Polen umfasst. Diesem Block tritt schließlich die Schweiz bei.
Einzelne Staaten spielen ein Separat-Spiel, aber nun gehen neue Bruch- und Konfliktlinien durch den europäischen Kontinent. Mauern werden gebaut und Grenzen befestigt. Im Jahre 2020 kommt es zu bewaffneten Konflikten an der österreichisch-ungarischen Grenze. Österreich gibt daraufhin seine hartnäckig bewahrte Neutralität auf und tritt dem Nordbund bei. Dieser Nordbund erstarkt durch eine intensive Zusammenarbeit mit der chinesischen Wirtschaftsmacht. 30 Prozent aller Nordbund-Unternehmen gehören chinesischem Kapital. Was schließlich zu Spannungen mit den USA führt, die im Pazifik in einen Konflikt mit chinesischen Einflusszonen verwickelt wird… Unruhige Zeiten stehen bevor.
Welches der Mini-Szenarios für Europa halten Sie für am wahrscheinlichsten?
- Euro-Bonds: die tapfere Transfer-Union (38%, 252 Stimmen)
- Euro-Block: die Vereinigten Staaten von Europa (28%, 185 Stimmen)
- Euro-Core: die geschrumpfte Union (24%, 161 Stimmen)
- Euro-Split: neue Blöcke und Kleinstaaterei (10%, 73 Stimmen)
Anzahl der Stimmen: 671
Sie finden diese Szenarios nicht zutreffend, nicht ausreichend oder unvollständig?
Schreiben Sie Ihr eigenes Europa-Szenario bitte mit Begründung in das Kommentarfeld:






32 Kommentare
Christian Banzhaf schreibt:
29. September 2011
Ich glaube dass es besser wäre die EU würde sich deutlich verkleinern und der ganze Apparat der damit zusammen hängt würde auf ein minimum reduziert die Staaten und die wirtschftliche Leistungsfähigkeit sind zu unterschiedlich.
Um freien Handel zu betreiben braucht man das nicht, sondern nur den Willen es zu tun. Es genügt wenn sich vernünftige Menschen auf einen Rahmen einigen.
Lara Wirth schreibt:
29. September 2011
Ihre Szenarien mögen auf sehr lange Sicht (3-4 Generationen) teilweise zutreffen. Ich gehe grundsätzlich davon aus, dass es ein politisch einiges Europa niemals geben wird, weil Hegemonien einfach niemals wirklich lebensfähig sind, da in einer globalisierten Welt der Wille zur Bewahrung seiner eigenen Identität immer wichtiger genommen wird.
Die Schweiz wird niemals in einen staatsübergreifenden Bund eintreten, dafür sind wir zu eigensinnig und wild.
Die Club-Med-Countries gehen wirtschaftlich vor die Hunde und werden aus dem EURO austreten oder rausgeschmissen werden.
Der Goldstandart wird wieder eingeführt, weil Hyperinflation und der Totalverlust des Vertrauens in Papiergeld zum Untergang unseres Währungssystems führen wird.
Bewaffnete Auseinandersetzungen halte ich für äusserst wahrscheinlichh.
China hat sich klammheimmlich zu einer gigantischen Wirtschaftsmacht mit enorm viel Einfluss entwickelt. Dieses Land hat sich in Afrika reichtzeitig wichtige Zugänge zu Ressourcen geschaffen.
Die ökonomische Krise wird durch die starken Migrationsbewegungen noch verschärft. Der Verteilungskampf wird mit harten Bandagen geführt werden.
Ich glaube, dass wir in weniger als 50 Jahren einen grossen Krieg haben werden, und dannach fangen wir halt alle wieder von vorne an.
Martin Neff schreibt:
29. September 2011
Ich gehe davon aus, dass es den zerstrittenen europäischen Politikern nicht gelingt, sich zusammen zu raufen und ihre insgeheimes Hegemoniedenken abzustellen, die Finanzmärkte die Geduld verlieren, da die Politik nichts damit anzufangen weiss und letzten Endes der Druck von der Basis kommt: dem Volk. Das muss letzlich für all die Garantien und Schulden gerade stehen, welche die Politiker heute eingehen. Solange das Gros der Deutschen die Griechen für faul hält und die Griechen die Deutschen als Spardiktatoren wahrnehmen, scheint mir kein Einvernehmen möglich.
johann Pongruber schreibt:
29. September 2011
Ich denke,daß trotz aller unterschiedlichen Interessen der Länder langfristig die “vereinigten Staaten” von Europa nicht zu verhindern sind. Wie immer wird der politische Prozess ein langwieriger, jedoch wenn der totale Zusammenbruck bevorsteht, wird man sich besinnen und dem Druck der Wirtschaft und Finanzwelt nachgeben.
Alfred Karl schreibt:
29. September 2011
“Nur wer hungrig ist, ist bereit etwas zu bewegen”. Haben die uns vertretenden Politiker den Wunsch etwas zu bewegen, die Zukunft zu gestalten? In unserer Phase des Wohlstandes wird mehr “administriert” als gestaltet, politscher Kleingeist in aller Öffentlichkeit ausgelebt, hauptsächlich man gewinnt eine Wahl. 1mm gehen und dann LANGE abfeiern! Es gibt vielleicht zu wenige wirkliche Visionäre die bereit sind GEMEINSAM etwas zu bewegen. Unser österreichischer Bundeskanzler Faymann, SPÖ, ist ein ausgewiesener “EU-Verweigerer”. Der Wohlstand des Landes hat Ihn auf diesen Chefposten “gspühlt”, damit ist scheinbar sein Lebensziel erreicht.
Ich wünsche mir, dass unser Politiker die Chancen und Möglichkeit eines gemeinsamen Europas verstehen, erhalten und weiterentwickeln können.
FRAGE: WIE bekommen wir die richtigen Politiker an die Macht???
Sven Johns schreibt:
29. September 2011
Euro-Bonds – ja, m.E. werden sie kommen – gestaltung offen – Müssen sich alle Staaten daran halten? Können “starke” Staaten dennoch eigene Anleihen begeben, die auch eine niedrigere Risikoeiunstufung ermöglichen?
Die neuen Währungsverbünde innerhalb Europas – in dem aufgezeigten Szenario 1 – halte ich für zu weit gehend. Stattdessen wird sich die frage stellen, ob die Finanzkrise wirklich bis 2015 überwunden ist und das tarditionelle Wechselspiel der Währungen von US-Dollar, Euro, Pfund, Franken und Yuan noch weiter greift. Hier wäre auch eine engere Bindung dieser Währungen aneinander denkbar. Die Folgen? Gemeinsamer Weg der enger aneinander gebundenen Währungen in eine höhere Inflation.
Irene Maria Klöppel schreibt:
29. September 2011
Das, was am wahrscheinlichsten ist, ist bei weitem nicht das Beste! Ohne daß ich selber viel dazu sagen möchte, verweise ich auf das Interview mit Prof. Werner Sinn, ifo-Institut, nachzulesen bei br-alpha, Alpha-Forum vom 26. Sept. 2011
Viele Grüße
Irene Maria Klöppel
Karin Ellmer schreibt:
29. September 2011
Es ist in diesen undurchsichtigen Zeiten in Politik und Wirtschaft schwierig, eine Prognose aufzustellen – leichter fällt mir eine Diagnose. Wer steht am Schalthebel für viele Entscheidungen im Großen wie im Kleinen? Der einzelne Mensch mit seinen Stärken und Schwächen und das Team mit all seiner Chemie. Je nach Persönlichkeit wird sich daraus ein Staatengebilde positiv oder negativ entwickeln, werden gute oder gefährliche Partnerschaften mit anderen Ländern gebildet, wird genutzt oder ausgenutzt. Über die Sache können wir diskutieren, wenn der Entscheider in der Politik/Wirtschaft nicht dahinter steht, wird’s nichts werden. Deshalb auch für mich: Wie bekommen wir die richtigen (ausgebildeten, menschlich integeren, vor mir aus auch charismatischen, mit emotionaler Intelligenz ausgestatteten) Menschen in die Politik,in die Unternehmen und an die Entscheiderstellen?
Volkmar Hafner-Koch schreibt:
29. September 2011
Die Gemeinschaft der europäischen Länder hat uns immerhin eine Periode von über 65 Jahren ohne Krieg gebracht. Die Vernetzung der europäischen Wirtschaften hat sicher wesentlich dazu beigetragen – nur kann ein System, aufgebaut auf einer Subventionsphilosophie, nicht auf Dauer lebensfähig bleiben. Die wirtschaftlich starken Länder Europas sind stark, weil sie vom Konsum der schwachen Länder leben, der auf Schuldenbasis oder Transferleistungen funktionierte. Jetzt pumpen wir Geld in diese Länder, damit die weiter unsere Produkte abnehmen können – aber sie verbrauchen das Geld für die Staatsschulden. Ist das nicht paradox und ein Zeichen, dass Europa so nicht funktionieren kann?
Peter Sander schreibt:
29. September 2011
Die “lernende Organisation” wird sich durchsetzen. Kluge Köpfe, die sich mit den (neuen) Möglichkeiten von Kommunikation, Organisation und Handlungsweisen auseinandersetzen, werden neue Möglichkeiten, neue Methoden erfinden und anwenden. Europa und die Welt wird sich anders entwickeln, als bisher gedacht. Mit der Geschwindigkeit, mit der sich neues Wissen bildet und “ausdehnt”, werden sich auch mindestens genauso schnell neue Möglichkeiten eröffnen. Einzig eine Wende in der Denke ist von Nöten. “Den Kopf aufmachen” und bereit sein Neues zuzulassen; bereit sein, sich von Methoden zu lösen, bei denen es um Mehrheiten und Machterhalt geht. Loslassen! Wie wäre es damit: den Widerstand messen (!) (bei einzelnen Projekten wie auch beim “großen Ganzen”) und der Vorschlag, der den GERINGSTEN Widerstand auslöst (und damit die größmögliche Akzeptanz hat!) wird umgesetzt. Respekt, Wertschätzung und Ehrlichkeit – wenn Sie wollen “die alten Tugenden” – und ein ZIEL!- das ist es doch, worum es eigentlich geht. Nicht eines jeden persönliche Sicht – wir benötigen eine “Über-Sicht”.
Jan-Michael Vincent schreibt:
29. September 2011
EU abschaffen!
Kurt Mahringer schreibt:
29. September 2011
Deutschland wird es nicht schaffen alle Pleiteländer zu subventionieren. Früher oder später werden die Transferzahlungen eingestellt, entweder weil Deutschland Pleite ist, oder weil der innenpolitische Druck gegen die Zahlungen zu groß wird. Daher wird es letztendlich eine Spaltung der EU geben.
Gabriela Bernauer schreibt:
29. September 2011
Alle EU-27 Staaten haben zusammen 10 Billionen € Schulden, die Euroländer 8 Billionen. Deutschland alleine (Bund inklusive Länder und Kommunen) haben ca. 2,2 Billionen € Schulden. In Deutschland stehen private Vermögen in Höhe von 5,4 Billionen € den Staatsschulden gegenüber. Wie hoch das Vermögen der Bundes, der Länder und der Kommunen ist, lässt sich nicht beziffern, da es keine offiziellen Statistiken gibt. Die Sparquoten der anderen EU- Länder sind mit nicht bekannt.
Das Hauptproblem liegt seit vielen Jahren am Handel der Leerverkäufe und/oder Derivate. Hier beträgt das jährliche Handelsvolumen 900 Billionen €, dem gegenüber stehen echte Produkte und Dienstleistungen ín Höhe von 60 Billionen €. 840 Billionen € Handelsvolumen mit Luftprodukten. Dieses Volumen kann nur mit viel Geduld durch Inflation oder Deflation Stück um Stück zurückgeführt werden. Selbstverständlich gehört eine sehr strenge Regulierung der Banken und Börsen dazu. Wer jedoch hat an einer strengen Regulierung ein echtes Interesse? Solange sich Länder, Unternehmen, Banken und Bürger an diesem globalen Spielcasino erfreuen, und die Gier immer stärker bleibt als die Vernunft, wird die Finanzkrise sehr schwierig bis unlösbar bleiben.
Weder eine geschrumpfte EU noch eine vereinigte EU sind in diesem Spiel von belang. Die Märkte testen aus wie weit sie gehen können. Die Ratingagenturen befeuern die Spekulationen. Die Profiteure sind über den gesamten Globus verteilt.
Vielleicht benötigen wir die Erfahrung des totalen Zusammenbruchs.
Gerriet Biehle schreibt:
29. September 2011
Der letzte Kommentator beschreibt einige der wichtigsten Aspekte, u.a. die Gier der Menschen und die gewaltigen Luftbuchungen, die aber innerhalb von Sekunden Pleiten, Hungersnöte u.a. auslösen können.
Nur die Politik hat die Macht, diesem Spekulantentum Einhalt zu gebieten! Leider sind viele Politiker so mit diesem System der Geld(Banken)freiheit verknüpft, dass man kaum an eine Änderung: Regulierung aller Bank-Aktivitäten und nicht mehr ausgeben als man einnimmt, glauben mag!
Der “Vergleich zwischen Gott und den Märkten” ist nicht von mir, aber die gegenwärtige Politik verhält sich fast so, als währen Märkte = Gott! -
Damit kann man das menschliche Tun/NICHTSTUN auch sehr gut verschleiern!
Märkte bestimmen alles; entscheiden unabhängig von menschlichen Aktivitäten; entscheiden unvorhergesehen; können alles aufbauen und vernichten; Märkte sind an allem Schuld und… wir verdanken Ihnen alles usw. usw.
Nur wenn wir die derzeitige Kleinkarriertheit mit einem neuen Elan zu Europa überwinden könnten (Wir können, wenn wir auch wollen!), dann hat Europa eine gute Zukunft! Ich erwarte dies leider nicht, aber ich hoffe!
Denn die angedeuteten Alternativen, die sogar den Krieg in Europa als Wahrscheinlichkeit einplanen, sind mir doch zu grausig!
Emil Keller schreibt:
29. September 2011
Der Zwang der Wirtschaft verbindet die EU-Staaten so aneinander, dass keine andere Lösung mehr möglich sein wird. Hätte man Griechenland fallen gelassen, so wäre noch eine Teilung der EU möglich gewesen, nun aber ist der Zug praktisch abgefahren und wir fahren gegen die vereinigten Staaten von Europa. Hier wird sich eine Zentralregierung bilden und wenn diese “schlau” ist, so wird Europa weiter prosperieren.
Kurt Mahringer schreibt:
29. September 2011
Es sind nicht die ach so bösen Spekulanten, sondern die Politiker die uns diese Miesere beschert haben.
Ingrid Klauser schreibt:
29. September 2011
Ich denke an ein Europa der Regionen – 1 schlanke zentrale Regierung mit sich selbst verwaltenden Regionen, die jeweils wirtschaftlich, kulturell gesellschaftlich und geographisch eine natürlich gewachsene Einheit bilden und daher einfacher zu verwalten sind als die bisherigen, teils künstlich geschaffenen Staaten mit ihren Grenzen.
Sigrid Tausch schreibt:
29. September 2011
Ich denke an ein Europa ohne Grenzen. Und ich denke auch, dass die derzeitigen globalen Probleme nur zu bewältigen sind, wenn es uns gemeinsam gelingt, großt Teile der Wertschöpfung durch materielle Güter in den Dienstleistungsbereich zu verlagern. Das heißt, in Bildung und Kultur und in gute Zukunftskonzepte zu investieren, um die nachfolgenden Generationen stark zu machen.
Jürg Strub schreibt:
30. September 2011
Ich vermute es wird ein Mix aus Szenario 1 und 2 werden. Die EU wird gewisse Länder wie Griechenland, Spanien und Portugal, sowie einzelne Osteuropäische Länder aus der Währungsunion ausschliessen, oder nicht mehr beitreten lassen. Dies weil die Bevölkerung dieser Länder die Sparmassnahmen torpediert und dadurch die Mittel aus dem Rettungsschirm gesperrt werden. Ausserdem beginnen sich die Bewohner der grossen Zahler Deutschland und Frankreich gegen die Mittelabflüsse aus ihren Ländern zu wehren. Antieuropäische Strömungen werden in diesen Ländern stärker, was die Regierungen veranlasst, die Unterstützung der Krisenstaaten zu bremsen. Die EU an sich bleibt bestehen, wird eventuell sogar weiter ausgebaut, die Währungsunion konzentriert sich in den nächsten 5 Jahren auf die “starken Länder Nordeuropas. Mit diesem Schritt sind auch die Briten bereit der Währungsunion beizutreten. Die Schweiz bleibt weiterhin beim Franken, bindet diesen aber stark an den Euro.
Willy Burgermeister schreibt:
1. Oktober 2011
Die Euro-Zone tanzt am Abgrund, denn hier wächst offenbar nicht zusammen, was nicht zusammengehört. Die Krise wird nun die Regierungen zu schmerzhaften Zugeständnissen zwingen, denn die bisherige Politik des Spielens auf Zeit erleidet Schiffbruch. Die Märkte werden Strukturreformen fordern und dies dürfte – hoffentlich – zu einer besseren Haushaltsdisziplin führen. Schuldenbremsen drängen sich überall auf, aber auch der private Sektor wird mehr sparen müssen. Darunter wird das Wirtschaftswachstum leiden. Die Euro-Zone wird aber nicht auseinanderbrechen.
G.Evers schreibt:
2. Oktober 2011
Gestern habe ich einen Dokumentarfilm zur vermeidbaren Anatomie des “Grounding der Swiss Air” gesehen, der versucht hat ueber einen Zeitraum von mehreren Jahren/Jahrzehnten aufzuzeigen, weshalb es zu diesem Eklat kam.
Mit einer Distanz von 10 Jahren ist heute anscheinend klar erkennbar, dass es vor allem die falschen Denk- und Glaubensmuster waren, die zu einem unvermeidlichen Groessenwahn und dann in den Untergang gefuehrt haben.
Und das die ganze Sache auch haette anders ausgehen koennen, wenn Entscheidungen zwischen dem Unternehmen,den Banken, Glaeubigern und der Politik in der Schweiz inhaltlich und zeitlich anders gelaufen waeren, wurde auch klar erkennbar.
Aber es fehlte die Bereitschaft (vermutlich auch die Kompetenz), das Undenkbare zu denken und einen gemeinsamen Bewusstseins -Prozess erfolgreich zu etablieren.Persoenliche (Gesicht nicht verlieren),politische und oekonomische Partikularinteressen dominierten klar den Ablauf.
Fuer mich gibt es frappierend viele Aehnlichkeiten zu dem , was wir seit 2008 politisch und wirtschaftlich in Europa und weltweit erleben.
Neben den in den Szenarien und in den Kommentaren schon angefuehrten sachlichen Herausforderungen und Loesungsalternativen moechte ich deshalb noch folgende Fragen
anfuegen:
1. Ist unser Hauptproblem nicht eigentlich ein riesiges Bewusstseins- Problem und die Unfaehigkeit kollektiv Bewusstein fuer das Notwendige entstehen zu lassen?
Und zwar nicht aus der Vergangheitserfahrung heraus, sondern vor allem unter Einbeziehung der Zukunft?
Wir haben nur diese eine Erde…..
Wie packen wir dieses Thema an? Es ist unabdingbar fuer eine gemeinsame globale Gestaltung der EU und der Welt.
2. Es wird immer von einer politischen und wirtschaftlichen Entwicklung gesprochen. Ich glaube, was in dieser Betrachtungsweise voellig zu kurz kommt ist die Frage, welche blockierenden interkultuerellen,aber auch emotionalen Unterschiede gibt es, was bedeuten diese fuer die Identitaet der verschiedenen Volksgruppierungen. Welche tiefen, teilweise archaischen Glaubens-,Denk-, und Verhaltensmuster liegen z.B. den verschiedenen Verhaltens- und Praeferenzmustern zu grunde? Hypothese….emotionale “Logik” wird immer die inhaltliche Logik dominieren.
Warum verhalten sich z.B. die Griechen so, wie sie sich verhalten?
Politisch,administrativ oder das Volk auf der Strasse?
Glauben wir wirklich, dass unsere preussische Auffassung,teilweise unterstuetzt von einer entsprechenden religioesen Ethik von
Ordnung,Werten und Arbeit (Lebe um zu arbeiten, Ora et labora….) von den Menschen z.B. in Sued-Europa im breiten Umfang akzeptiert und umgesetzt wuerden?
(Meine internationale Erfahrung spricht absolut dagegen)
Oder noch weitergehend, woher wissen wir, dass diese unsere Ethik ueberhaupt die einzige richtige Loesung fuer Europa und die Welt ist?
Weil wir oekonomisch besser dastehen als die anderen?
Gibt es noch andere Moeglichkeiten?
Diese Debatte ist zugegebenerweise komplex ,aber darf sie deshalb voellig ausgeblendet werden?
Hauptargument der Gegner wird vermutlich sein….”bitte nicht so etwas, wenn wir eine fundamentale Krise haben. Wir muessen jetzt das “Feuer loeschen” und koennen dann spaeter vielleicht mal ueber so etwas sprechen, was dann aber nie gemacht wird.
Und am Ende bleiben wir bei “Management by Feuerwehr”, weil “Praevention” zu komplex und kostenspielig ist.
Nicht nur gemessen in Geld, sondern z.B. auch in Dimensionen wie persoenlichem Status-,Machtverlust etc.
Insofern, welches Szenario am Ende dabei rauskommt ist von so vielen politischen,wirtschaftlichen und interessenmaessigen Unwaegbarkeiten abhaengig, dass am Ende vermutlich nicht ein zukunftsfaehigen Szenario stehen wird, sondern im besten Fall der kleinste gemeinsame Nenner um Zeit zu gewinnen (Szenario 1, inkl. Deutschland wird als Nettozahler gern genommem, aber die anti-deutsche Haltung steigt erheblich), den eine politische Realitaet und Demokratie, wie wir sie derzeit in Deutschland und der EU haben, zulaesst.
H.H.Reinhardt schreibt:
5. Oktober 2011
Den hochverschuldeten Ländern fehlt der ernsthafte Wille, ihre innere Organisation zu ändern. Es scheint einfacher zu sein, Geld von außen für das “immer weiter so” zu besorgen, als sich zeitgemäß aufzustellen. Wenn ein zu Rettender dem Retter den Hals zudrückt, gehen beide unter. Daher muß es Maßnahmen geben, die hart und wirkungsvoll sind, statt Transfer in ein Fass ohne Boden. Richtige Strategien beseitigen Engpässe. Ein Würgegriff der verschuldeten Länder um die Handlungsfähigkeit der starken Retter schafft leider neue Engpässe.
erich frömbgen schreibt:
8. Oktober 2011
Eine Transferunion auf Dauer wollen wir alle nicht. Das Beste für uns
und Griechenland wäre ein Schuldenschnitt und ein Ausscheiden aus der
Eurozone für Griechenland-zurück zur Drachme. Nur so können die Griechen wieder auf die Beine kommen und mit Auf- oder Abwertung ihre Währung steuern.
Michael Lapp schreibt:
9. Oktober 2011
Die Vereinigten Staaten von Europa ist das einzige Modell, dass in Zeiten des pazifischen Aufschwungs, die Überlebensfähigkeit dieses kleinen Teils der Welt ermöglicht.
1) Nationalstaaterei ist ein Modell des 19. und 20. Jahrhunderts. Langfristig werden sich regionale Ansätze durchsetzen. Nationale Regierungen sind dabei eine unnötige, bürokratische Ebene, also überflüssig.
2) Mit über 500 Millionen Einwohnern handelt es sich um einen leistungsfähigen Markt.
3) Weltmarkt heißt heute USA, China, Indien und EUROPA. Im Aufschwung befindet sich Afrika. Vielleicht kommt auch noch Lateinamerika auf die Beine. Diesen Marktblöcken kann nur ein vereingigtes Europa leistungsfähig gegenüber treten.
P.S.: Transferunion und Euro-Bond dienen nur den Banken, die diese Ansätze geschäftlich nutzen. Schrumpf-EU ist das Ende Europas.
Willi Fichtl schreibt:
13. Oktober 2011
Mein alter Professor Dr. Wessel aus Köln hat uns vor ca`50 Jahren schon gesagt:” Wenn es in den nächsten Jahrzehnten nicht die vereinten Staaten von Europa gibt, wird die Geschichte über uns hinwegwehen.” Dramatisch, aber richtig.
Andrea Preß schreibt:
13. Oktober 2011
Ich denke, dass wir vor einem stabilen Wirtschaftswachstum trotz der Panikmacherei stehen. Wir werden die goldenen zwanziger Jahre erleben, in denen es wenig Arbeitslosigkeit in Deutschland gibt und noch genug Öl, um weiterhin so komfortabel zu leben. Das greening der Gesellschaft setzt sich fort. Häuser werden immer mehr zu Kleinkraftwerken und Deutschland exportiert Waren und Know How im Bereich alternative Energien.Gleichzeitig strömen junge, gut ausgebildete Menschen nach Deutschland, die wissen wollen, wie wir die Energiewende voranbringen. Schon heute zeichnet sich ab, dass Deutschland bei den jungen Europäern Kultstatus hat.
Rudolf wöhrlin schreibt:
13. Oktober 2011
Es ist ein erstrebenswertes Ziel “Die vereinigten Staaten von Europa”
Doch um dies zu erreichen müssten einige ihre Machtgeilheit zurückstellen
und sich den wirtschaftlichen und gesellschaftlichen unterordnen.
Mit der Einführung des Euro wurden die ersten Schritte bereits unternommen. Der wirtschaftliche zentrale Zusammenschluss ist eine Frage
der Zeit, die durch die Schuldenkrise nun an Fahrt gewinnt.
Ob die Schweiz da außen vor bleibt glaube und hoffe ich nicht.
Aber es wäre sicher lustig wenn wir einmal unseren Enkel einmal einen
kleinen “Inselstaat” in mitten Europas zeigen könnten, deren Bewohner
nur fürchten, dass ihnen eimal der Himmel auf den Kopf fallen könnte.
Clarissa van Amseln schreibt:
14. Oktober 2011
Es gibt Bewegungen im Untergrund, die momentan gewaltig anschwellen. Wer weiß, villeicht schaffen es altenative Ideen wie “Bedingungsloses Grundeinkommen”, und die Idee eines Geldes mit eingebautem Verfallswert á la “Wunder von Wörgl / Freigeld” (wer das nicht kennt, unbedingt googeln) die Massen zu bewegen. “Avaaz” ist als soziales Netzwerk beispielsweise eine unglaublich starke, bewegende Organisation, die vor ein paar Tagen ihr 10 Millionstes Mitglied begrüßt hat – ich sehe da ein gewaltiges Potenzial für den Volkeswillen – der sich zuerst aus Unzufriedenheit speist und dann nach altenativen Wegen sucht. Wenn, sagen wir mal, die grundlegen Übel wie Zins und Zinseszins abgeschafft sind und damit die Geldströme nicht mehr automatisch von unten nach oben fließen, würden sich eine Menge Probleme erübrigen. Wenn Demokratie auf prosperierende Wirtschaft trifft und die Menschen verstanden haben, wo sie global denken und wie sie regional handeln müssen, werden Staatsgrenzen zu Übegangszonen, bei deren Überquerung man sich freut, mal wieder eine andere Sprache zu hören. “Eine gute Idee erkennt man daran, dass ihre Verwirklichung von vorne herein ausgeschlossen erschien.” Ein Zitat von Albert Einstein, aber ich glaube an die Möglichkeit für überraschende Wendungen und warum sollte die Zukunft nicht ganz anders aussehen, als die sehr eingeschränkten Vorstellungen, die ihr hier vorgegeben habt. Ob Transfer-Union oder Vereinigte Staaten von Europa – das Urproblem hinter allem ist der Umgang mit dem Geldwesen an sich. Wenn hier eine Umwälzung stattfände, würden sich diese Fragen in völlig anderem Licht stellen. Alles ist möglich!
Stefan Keller schreibt:
14. Oktober 2011
Wir werden das Europa haben, das JETZT in den Köpfen und Herzen der wahren Vordenker und -fühler entsteht, das sind nicht die Bewahrer des alten Systems auf politischer und wirtschaftlicher Ebene, sondern die Menschen, die bereits heute und seit einigen Jahrezehnten die neuen Strukturen leben – in neuen Wohn- und Lebensformen, mit integralen Wirtschaftsmodellen, in spiritueller Ganzheit. Der Paradigmawechsel in den Naturwissenschaften leistet seinen eigenen Beitrag, die bisherige Anschauung einer rein materiell aufgebauten Welt ist bereits zerfallen und es zeigt sich, dass unser menschliches und geistiges Potenzial um einn Vielfachches grösser und stärker ist, als bisher angenommen und gelebt. Wir gehen in einen Quantensprung des Bewusstsein und sind aufgefordert, die angstmachenden Systeme, Gedankenmuster und Gewohnheiten abzulegen und uns unserem wahren Potenzial mit Freude, Innovationskraft und Authentizität zuzuwenden.
Stefan Frischeisen schreibt:
3. November 2011
… sehr visionär oder doch vorausschauend? – ein echter Matthias Horx.
Aus der Sicht eines Trendforschers, Szenarien, die allgemein betrachtet mehr oder minder in ähnlicher Form eintreten können. Keine dieser Vorstellung ist aus deutscher Sicht volkswirtschaftlich eine gute Lösung. Politisch gesehen leider ein unumgänglicher Weg, um aus dem Dilemma – der Sackgasse in die man sich unweigerlich hinein manövriert hat, heraus zu kommen. Dazu hat gerade die deutsche Politik an das Gute der politischen Kollegen im Süden geglaubt. Der Schnitt hätte bereits vor 18 Monaten gezogen werden müssen. Das hatte ich damals bereits nach Berlin geschrieben. Am ende des Tages – der EuroDramaturgie wird sich es zwischen einem sog. Euro-Core und -Split einpendeln können. Schade für eine gute Idee, die nie zu Ende gedacht wurde und zu schnell – ohne Wissen (Gerhard Schröder u.a.) – vergrößert wurde. Schade, es hätte besseres entstehen können bzw. müssen … eine verpasste Chance des “alten” Europas in der Welt langfristig eine elementare Rolle zu spielen. Eine Rückentwicklung zur Kleinstaaterei wäre wie ein Rückfall in das Mittelalter!?
Rüdiger Skrzypek schreibt:
15. Dezember 2011
Eine interessante Umfrage, ein interessantes Ergebnis. Ich bin gespannt, wie das Ergebnis in einem halben Jahr ausfallen würde. Die Welt dreht sich momentan sehr schnell.
Karbo schreibt:
7. Februar 2012
Es gibt so viele vernünftige Vorschläge, die in Richtung vereinigtes Kern-Europa mit einem kompakten Regelwerk gehen. Staaten, die von einer europäischen Mini-Rating-Agentur schlechte Bewertungen bekommen, treten freiwillig für einige Jahre aus um ihre Wirtschaft wieder in Ordnung zu bringen. Europa wird erstarken, wenn dieser Fanatismus “alle für einen” endlich überwunden wird. Die Zeichen dafür stehen nicht schlecht und so glaube ich an eine Mischung aus Szenario 2 und 3.