Was denken die Zukunftsdenker Deutschlands über die Aussichten der Europäischen Union? Das Zukunftsinstitut stellt vier Szenarien zur Wahl, wie es mit Europa weitergehen kann. Auf der Webseite des Trend-Update können die Beiträge verfolgt und eigene Szenarien beigesteuert werden.
Betrachtet man die öffentliche Meinung im Angstdiskurs der Medien, so scheinen sich derzeit die Euroskeptiker wie die Kaninchen zu vermehren. In der Tat haben National-Nostalgiker und Alarm-Professoren das Meinungsheft in der Hand. Zurück zur D-Mark, das können sich nach einer Forsa-Umfrage 54 Prozent der Bundesbürger vorstellen. Das Umfrageergebnis variiert jedoch stark nach Bildungsniveau: Nur 37 Prozent der Deutschen mit Abitur liebäugeln mit der alten Währung, bei den Hauptschulabsolventen sind es 73 Prozent. In unserer Szenario-Analyse stellen wir uns als Zukunftsforscher die Frage, welche Entwicklung Europas nicht am wünschenswertesten, sondern am wahrscheinlichsten ist. Was wir verstehen müssen sind die tieferen Interessen der Akteure. Wer hat ein Interesse daran, dass die Währungsunion auseinanderbricht? Sicherlich Teile des spekulativen Geldmarktes. Finanzjongleure könnten aus einer Handelszone mit frei konvertierbaren, volatilen Währungen gewaltige Vorteile ziehen. Aber das sind nicht die Banken, und auch innerhalb des globalen Finanzsystems nicht die stärksten Kräfte.
Die nationale Wirtschaft in den einzelnen europäischen Ländern hingegen ist schon seit vielen Jahren auf den Euro gepolt, und wird auch reale Opfer für seinen Erhalt bringen. Auch die Bevölkerung in Europa ist, von wenigen Ausnahmen abgesehen, immer noch positiv gegenüber der europäischen Währungseinheit eingestellt. Im Ernstfall würde sie substantielle, wenn auch nicht existentielle Opfer dafür bringen.
Die Wirtschaftsmacht China hat ebenfalls ein Interesse an einem stabilen Europa, und letztlich auch die USA, die sich momentan nicht ohne Schadenfreude im Vergleich zu einem geschwächten Europa wieder stark fühlen dürfen.





